Gemeinsam neue Wege gehen: Wildling x LOKALES LEDER

Wenn aus einem lokalen Rohstoff ein Barfußschuh wird

Manchmal braucht es zwei Unternehmen, die an dieselbe Idee glauben, damit aus einem Gedanken etwas Neues entstehen kann.

Wir bei LOKALES LEDER beschäftigen uns mit der Frage, was mit den Tierhäuten passiert, die in Deutschland anfallen und häufig keine weitere Verwendung finden. Unser Ziel ist es, diese Rohstoffe nicht als Abfall zu betrachten, sondern sie in regionale Wertschöpfungsketten zurückzuführen und daraus hochwertige, langlebige Produkte entstehen zu lassen.

Dabei stoßen wir immer wieder auf eine große Herausforderung: Die globale Lederindustrie ist komplex und ihre Lieferketten sind häufig intransparent. Zwischen dem Ursprung eines Fells und dem fertigen Leder liegen viele verschiedene Akteure, Länder und Verarbeitungsschritte. Eine Lederquelle zu finden, deren Herkunft, Verarbeitung und Bedingungen transparent und nachvollziehbar sind, ist deshalb alles andere als einfach.

Genau diese Herausforderung hat auch Wildling über viele Jahre begleitet.

Mit Wildling haben wir einen Partner gefunden, der diese Frage genauso ernst nimmt wie wir und bereit war, gemeinsam mit uns einen neuen Weg zu gehen.

Das macht uns sehr stolz und glücklich.

Ein Unternehmen, das lange nach dem richtigen Leder gesucht hat

Wildling gibt es seit bald elf Jahren. Von Anfang an steht das Unternehmen für einen anderen Blick auf Schuhe: Sie sollen leicht, flexibel und so gestaltet sein, dass sie den Füßen möglichst viel natürliche Bewegungsfreiheit lassen.

Leder war dabei lange kein Bestandteil der Wildling-Kollektionen.

Nicht, weil Wildling grundsätzlich kein Leder verwenden wollte. Vielmehr fehlte eine Lederquelle, deren Herkunft und Herstellung den eigenen Ansprüchen an Transparenz, Nachhaltigkeit und einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen gerecht wurde.

Denn Leder ist nicht einfach nur Leder.

Die entscheidende Frage ist, woher der Rohstoff kommt, wie es verarbeitet wird und welche Wege er zurücklegt, bevor aus ihm ein fertiges Produkt entsteht.

Eine nachvollziehbare und vertrauenswürdige Antwort auf diese Fragen zu finden, war für Wildling lange Zeit nicht möglich.

Bis wir uns kennengelernt haben.

Eine Zusammenarbeit, die 2024 begann

Im Jahr 2024 haben wir begonnen, gemeinsam an der Idee zu arbeiten, unser Leder für einen Wildling-Schuh einzusetzen.

Dabei ging es zunächst um eine eher grundlegende Frage:

Kann aus den Fellen, die bei der Jagd in Deutschland anfallen und andernfalls vernichtet werden, ein hochwertiger Barfußschuh entstehen?

Heute können wir sagen: Ja, das funktioniert.

Seit Oktober 2025 verkauft Wildling den Faunus – einen Barfußschuh aus unserem Leder.

Für uns ist das ein großer Meilenstein. Denn damit wird aus einer Idee, an der wir lange gearbeitet haben, ein konkretes Produkt, das Menschen im Alltag tragen können.

Ein Rohstoff, der andernfalls vernichtet würde, bekommt dadurch eine neue Funktion.

Vom Fell zum Faunus

Der Ausgangspunkt unseres Leders sind Felle, die bei der Jagd in Deutschland anfallen.

Diese Felle sind ein Nebenprodukt der Jagd und werden in den meisten Fällen nicht weiter genutzt. Für uns war genau das der Ausgangspunkt: Wenn dieser Rohstoff bereits vorhanden ist, warum sollte er nicht sinnvoll genutzt werden?

Wir bringen die Felle in deutsche Gerbereien, wo sie zu Leder verarbeitet werden. So entsteht eine möglichst kurze und nachvollziehbare Wertschöpfungskette.

Die Firma Wildling ist nun mit uns gemeinsam den nächsten Schritt gegangen und hat aus unserem Leder den ersten Schuh, der in Serie produziert wird, entwickelt – der Faunus – ein Barfußschuh, der Menschen im Alltag begleitet.

Aus einem regional anfallenden Rohstoff wird ein hochwertiges Produkt.

Für uns zeigt sich darin sehr konkret, was lokale Wertschöpfung leisten kann.

Leder darf Spuren tragen

Eine besondere Qualität unserer Zusammenarbeit mit Wildling liegt für uns darin, dass Anna Yona und ihr Team bereit waren, sich auf unser Leder einzulassen, obwohl es nicht der klassischen optischen Norm entspricht und die Produktion zu manchem Paradigmenwechsel gezwungen hat.

Unser Leder ist nicht perfekt.

Es kann Narben haben. Kleine Verletzungen. Unterschiede in Farbe, Struktur und Oberfläche.

Diese Spuren erzählen davon, dass es sich um ein natürliches Material handelt.

Für uns sind sie keine Fehler, die versteckt werden müssen. Sie sind Teil der Geschichte des Materials.

Damit arbeiten zu wollen, erfordert Mut.

Gerade deshalb sind wir dankbar für Unternehmerinnen und Designerinnen wie Anna Yona, die bereit sind, bestehende Vorstellungen von Perfektion zu hinterfragen und alternative kreative Lösungen zu finden, die es ermöglicht diesen Rohstoff zu nutzen und der Wertschöpfungskette zu erhalten.

Denn wenn wir wirklich lokal und verantwortungsvoll produzieren wollen, müssen wir akzeptieren, dass natürliche Materialien nicht vollkommen gleich aussehen.

Natürlichkeit bedeutet Vielfalt.

Der Mut, einen anderen Weg zu gehen

Wir sind überzeugt davon, dass Veränderungen nur dann möglich werden, wenn Menschen bereit sind, neue Wege auszuprobieren.

Wildling hätte den einfachen Weg gehen und weiterhin auf Leder verzichten können.

Stattdessen hat sich das Unternehmen die Zeit genommen, mit uns gemeinsam herauszufinden, ob unser Ansatz funktionieren kann.

Dabei war von Anfang an klar: Unser Leder wird nicht genauso aussehen wie industriell standardisiertes Leder aus globalen Lieferketten.

Es hat Charakter.

Und genau darin liegt für uns seine Stärke.

Gemeinsam mit Wildling können wir zeigen, dass ein Material nicht perfekt aussehen muss, um hervorragend zu funktionieren und individuell schön zu sein. Makel können Makel oder ein individuelles Alleinstellungsmerkmal sein.

Zum ersten Mal die Chance zu skalieren

Für LOKALES LEDER ist die Zusammenarbeit mit Wildling noch aus einem anderen Grund besonders wichtig.

Wir wissen seit Langem, dass aus den in Deutschland anfallenden Fellen hochwertiges Leder hergestellt werden kann. Die größere Herausforderung ist jedoch, diese regionale Wertschöpfung auf ein Niveau zu bringen, der tatsächlich etwas verändert.

Dafür braucht es Unternehmen, die bereit sind, dieses Material in ihre Produkte zu integrieren.

Mit Wildling haben wir zum ersten Mal die Möglichkeit, genau das zu versuchen.

Seit Oktober 2025 wird unser Leder im Faunus eingesetzt. Damit können wir nicht nur zeigen, dass unser Leder technisch und funktional für hochwertige Produkte geeignet ist. Wir können auch Erfahrungen sammeln, Prozesse weiterentwickeln und gemeinsam daran arbeiten, wie sich ein solcher Ansatz skalieren lässt.

Das ist für uns ein wichtiger Schritt.

Denn wir möchten beweisen, dass lokale Rohstoffe nicht zwangsläufig kleine Nischen bleiben müssen.

Ein Nebenprodukt mit Potenzial

Was uns an diesem Projekt besonders bewegt, ist die Geschichte des Ausgangsmaterials.

Die Felle, aus denen unser Leder entsteht, sind bereits vorhanden. Es geht nicht darum, einen zusätzlichen Rohstoff für die Lederproduktion zu erzeugen. Es geht darum, einem vorhandenen Nebenprodukt eine sinnvolle Verwendung zu geben.

Statt Vernichtung entsteht Wertschöpfung.

Statt einer anonymen globalen Lieferkette entsteht eine nachvollziehbare lokale Verbindung.

Und statt ein Material nach möglichst einheitlichen optischen Kriterien zu beurteilen, lernen wir, seine natürlichen Eigenschaften zu schätzen.

Für uns ist das ein wichtiger Perspektivwechsel.

Gemeinsam zeigen, dass lokal und fair möglich ist

Unsere Zusammenarbeit mit Wildling ist deshalb mehr als die Entwicklung eines Schuhs.

Sie ist ein gemeinsamer Versuch zu zeigen, dass Leder durchaus lokal und fair produziert werden kann.

Dafür braucht es mutige Unternehmen. Es braucht Designerinnen, die bereit sind, natürliche Materialien so zu akzeptieren, wie sie sind. Und es braucht Kundinnen und Kunden, die nicht nur nach makelloser Optik fragen, sondern auch nach der Geschichte hinter einem Produkt.

Anna Yona und das Team von Wildling haben sich auf diesen Weg eingelassen.

Dafür sind wir sehr dankbar.

Denn jede Zusammenarbeit wie diese hilft uns dabei, zu zeigen, dass lokale Wertschöpfung nicht nur eine schöne Idee ist, sondern tatsächlich funktionieren kann.

Ein Anfang, auf den wir stolz sind

Seit dem Beginn unserer Zusammenarbeit im Jahr 2024 ist viel passiert.

Aus ersten Gesprächen und gemeinsamen Versuchen ist ein fertiges Produkt entstanden. Seit Oktober 2025 wird unser Leder im Faunus verkauft.

Für uns ist das ein großer Schritt.

Und gleichzeitig ist es erst der Anfang.

Wir möchten weiter daran arbeiten, die Nutzung regionaler Felle zu etablieren, neue Produkte zu entwickeln und gemeinsam mit mutigen Partnerinnen und Partnern zu zeigen, welches Potenzial in den Rohstoffen steckt, die bereits vor unserer Haustür vorhanden sind.

Wildling hat uns dabei gezeigt, was möglich wird, wenn zwei Unternehmen ihre Werte nicht nur teilen, sondern gemeinsam ins Handeln kommen.

Darauf sind wir stolz.

Und wir freuen uns sehr darauf, diesen Weg gemeinsam weiterzugehen.

Aus einem regionalen Nebenprodukt wird ein hochwertiges Endprodukt.
Aus einer gemeinsamen Idee wird gelebte Wertschöpfung.
Und aus Mut kann Veränderung entstehen.

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